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Oklahoma Boomers – Der Traum von einem Spiel

Gepostet am Jul 3, 2014 von in Blog | Keine Kommentare

Oklahoma Boomers jumping man

Der Traum

Ich erinnere mich noch daran, in einem Traum Oklahoma Boomers gespielt zu haben. Nun, um ganz ehrlich zu sein, habe ich nicht direkt davon geträumt. Aber ich erinnere mich aufgewacht zu sein und eine Notiz vorgefunden zu haben, die ich im Dunklen hingekritzelt habe. Leider war sie nur schwer verständlich, weil meine Handschrift nicht gut ist. Das gilt vor allem wenn ich nicht sehen kann, was ich schreibe. Jedoch habe ich trotzdem irgendwie die Bedeutung verstanden.

Die große Überraschung war, dass es wie eine interessante Spielidee aussah. Meistens sind die Spiele, die ich in meinen Träumen spiele, sehr gut. Doch im kalten Tageslicht ist es einfach, die Fehler zu erkennen. Meist dumme und langweilige Titel, oder komplett unverständliche Spiele.

Doch dieses Mal war es anders. Dieses Spiel könnte sogar funktionieren. Also begann ich, den Traum auszuarbeiten.

 

Steine und Türme

Das Spielbrett (wie Schach) war mit Steinen gefüllt, einer pro Feld. Bei jedem Zug konnte ein Spieler sich entscheiden, einen Turm anstatt eines Steins zu platzieren. Die Türme konnten nicht bewegt werden. Natürlich konnten sie das nicht, es waren Türme. Aber sie konnten sich gegenseitig über die Diagonale Angreifen. Wenn man angegriffen hatte, mussten alle Steine entfernt werden, die zwischen den Türmen lagen. Damit war dieses Spiel mehr oder weniger das genaue Gegenteil von Oklahoma Boomers, wo an den Kreuzungen Steine platziert werden können.

Durch das Entfernen der Steine wurde die Macht der Türme verringert, weil sie keine Macht hatten, wenn keine Steine um sie waren. Sie haben dadurch eigene kleine Inseln erschaffen. Zum Ende des Spiels wurden die verbliebenden Steine gezählt, die direkt an den Türmen angelegt waren. Das Spiel funktioniert und war auch interessant zu spielen, aber es fehlte am Ende das gewisse Etwas.


Das genaue Gegenteil

Nach fünf verschiedenen Versionen habe ich probiert, das Prinzip umzuwandeln. Ein leeres Spielfeld, wo die Steine platziert werden konnten, anstatt sie zu entfernen. In den nachfolgenden Versionen haben sich die Türme in Magier und dann wieder in Türme verwandelt, am Ende jedoch magische Türme. Es gab auch einige kleine Regeländerungen. Mein Durchbruch kam in der neunten Version des Prototyps, als die Türme sich bewegen konnten. Nun wurde das Spiel richtig interessant.
Mein jüngster Bruder hat mich zu dem Zeitpunkt gerade besucht und er stimmte zu, eine Partie zu spielen. Es war ein wunderschöner Tag und wir saßen unter einem Ahornbaum in meinem Garten, tranken unsere Drinks und spielten „towers“, der damalige Arbeitstitel.

Das erste Spiel dauerte nur 10 Minuten, mein Bruder war total besiegt. Aber als wir die nächste Partie spielten, lernte er von seinen Fehlern und schnell wurde die Partie gut. Die Dauer einer Runde stieg stetig an, bis sie circa bei 25-30 Minuten war. Jeder von uns dachte über seine Züge mit mehr Eifer nach, bis die Spiele immer ganz knapp ausgingen. Wir hatten einen großartigen Nachmittag!

Inspiriert von diesem Erfolg, habe ich Illustrationen zur nächsten Version der Regeln hinzugefügt. Beim nächsten Schritt ging es in die Welt hinaus, wo ich viele Spieler nur die Anleitung meines Prototyps erhielten. Ich wollte sehen, was sie machen würden, wenn ich ihnen nur die Spielregeln gab. Das funktionierte zugegebener maßen nicht so gut. Aber die meisten Spieler haben trotzdem gerne das Spiel und die Regeln getestet.

Da die Rückmeldungen aber so positiv waren, habe ich als nächstes über eine Veröffentlichung nachgedacht. Ich wollte es in einer anderen Form als Wadi und Cities publizieren, weil ich dachte, dass mein neustes Spiel nicht in die gleiche Kategorie passt. Was immer auch diese Kategorie war.


twrs board game

Der zweite Traum

Erneut war es ein Traum, der mich inspirierte. Dieses Mal waren es wunderschöne Türme mit einer glänzenden Oberfläche. Als ich erwachte wusste ich, was nun zu tun war. So wurde mein Spiel TWRS geboren. So heiß mein neues Baby. Ich wollte, dass die Spielsteine aus Glas sind, von Hand gemacht. Das Spielbrett und die Box wurden aus echtem Stahl gefertigt. Alles war so stylisch. Wie sich herausstellte, war es auch sehr teuer. Es war nicht mein Ziel damit viel Geld zu machen, aber ich mochte die Idee und verfolgte sie weiter. Es war vielleicht nicht die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.

Im Jahr 2009 habe ich TWRS auf der Spiel in Essen vorgestellt. Die Rückmeldung der Tester war gut, viele haben das Spiel genossen. Doch der Preis war dann etwas zu hoch, immerhin circa 500 Euro. Ich habe also nicht viele Exemplare verkauft. Ich habe erkannt, dass es einen Markt für derart künstlerische Spiele jenseits des üblichen Markts für Brettspiele gab. Also habe ich TWRS über diese Kanäle vertrieben. Es blieb trotzdem ein anstrengendes und kostenreiches Abenteuer.
 

Das Phänomen

Nach einigen Jahren gab es plötzlich ein neues Phänomen: Crowdfunding. Ich habe diese Entwicklung aufmerksam verfolgt und darüber nachgedacht, welche Prototypen ich auf diesem Weg fertigstellen konnte. Aber die meisten waren nicht ausgereift oder einfach zu schwierig zu produzieren. Schwierig im Sinne von, wie kann ich das anstellen? Wer kann das für mich herstellen.
Das war der Punkt, wo ich wieder an TWRS dachte. So viele Spieler haben mir damals gesagt, dass sie gerne eine billigere Version hätten. Doch die war nicht möglich. Ich habe auf Boardgamegeek damals nach einem Thema gefragt, weil die neue Version kein abstraktes Spiel mehr sein sollte. Ich habe so einige gute Ideen sammeln können, von Viren und Antikörper bis zu Giganten und Hinkelsteine. Aber die Geschichte, die mich am meisten fasziniert hat, war die der nordamerikanischen Pioniere, die ihr Land markieren. Dieses Thema hat so gut zum Spiel gepasst.

Ich habe mich in das Thema eingelesen und sehr viele Dinge im Internet recherchiert, viele Historiker gefragt und nach einigen Wochen stand das Thema für Oklahoma Boomers fest. Ich habe Hans Janssen als Illustrator gewinnen können und mit der Idee, eines neuen Hintergrunds herumgespielt. Dabei habe ich entdeckt, dass ich das Spielprinzip noch immer liebe. Die Suche nach einem Thema hat meine Vorstellungskraft angekurbelt und schnell gab es zwei Erweiterungen, die auch gut in das Thema passten. Die Erweiterungen fügen so viel mehr Variationen ins Spiel ein und ich habe so viel Spaß mit dem Projekt gehabt.

In der Zwischenzeit habe ich auch die Wege des Crowdfunding weiter erkundet. Ich habe dabei zum Beispiel herausgefunden, dass die Teilnahme sehr einfach ist, aber ein solches Projekt durchzuführen eine ganz andere Angelegenheit ist. Ich habe von den vielen Problemen anderer Autoren gelesen, vor allem im Bereich des Auslieferung und Werbung. Das ist auch der Grund, warum ich die Spieleschmiede mit dem Wunsch auf Unterstützung bei meinem ersten Crowdfunding-Projekt angeschrieben habe.

 

Der Dritte Traum

Oklahoma Boomers war bereits illustriert und ich habe einen Weg gefunden, es produzieren zu lassen. Die Spieleschmiede hat das Projekt vorbereitet und das Spiel ging los – um es so zu sagen. Die Unterstützen haben ihre Ideen für zusätzliche Erweiterungen vorgetragen und es ist etwas passiert, von dem ich nie gedacht hätte, dass es möglich wäre. Auch wenn einige der Vorschläge nicht so funktionieren, gibt es doch einige die ihre Arbeit ganz hervorragend machen. Ich hoffe, dass ich diese Ideen irgendwann in eine weitere Erweiterung umsetzen kann. Das ist mein neuer Traum.
Mein neuer Traum ist also, dass Oklahoma Boomers mit 100% oder vielleicht auch mit 200% finanziert wird, aber ich kann mir das noch gar nicht richtig vorstellen. Wollt ihr mir vielleicht dabei helfen, meinen Traum zu verwirklichen? Helft mir und unterstützt Oklahoma Boomers beim Spieleschmiede indem ihr allen euren Bekannten davon erzählt und den neuen Print-and-Play-Prototypen ausprobiert!

 

Mein Dank geht an Marco Fritze für die Uebersetzung!

 

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